Der Bahnhof Friedland entstand im Zuge des Baus der Eisenbahnstrecke Göttingen–Friedland, die 1867 eröffnet wurde. Später folgte die Strecke Arenshausen–Friedland, die eine Verbindung zur wichtigen Fernstrecke Halle–Hann. Münden schuf. Damit entwickelte sich Friedland im südlichen Niedersachsen zu einem regionalen Eisenbahnknotenpunkt, der bis ins 20. Jahrhundert hinein Bedeutung für den regionalen Personen- und Güterverkehr hatte.
Heute ist das historische Empfangsgebäude des Bahnhofs ein überregional bedeutender Kulturort. Seit 2016 beherbergt es das Museum Friedland, das die Geschichte des seit 1945 bestehenden Grenzdurchgangslagers dokumentiert. Dieses Lager diente zunächst als erste Anlaufstelle für heimkehrende Kriegsgefangene und Flüchtlinge, später auch für Aussiedler und Asylsuchende. Damit ist Friedland zu einem Symbol für Ankunft, Abschied und Neubeginn in der deutschen Nachkriegsgeschichte geworden.
Die Dauerausstellung „Fluchtpunkt Friedland“ zeigt auf rund 350 m² die Entwicklung des Grenzdurchgangslagers von 1945 bis in die Gegenwart. Thematisiert werden Fragen nach Staatsangehörigkeit, Heimat und Identität ebenso wie Aspekte von Menschenrechten und Asyl. Die frühere Gepäckhalle des Bahnhofs dient dabei heute als Foyer des Museums. Im Zuge der Umnutzung wurde das denkmalgeschützte Gebäude umfassend saniert, modernisiert und um einen gläsernen Treppenturm mit Aufzug ergänzt, der barrierefreien Zugang gewährleistet.
So verbindet der Bahnhof Friedland seine historische Funktion als Tor zur Region mit einer neuen Rolle als Erinnerungs- und Lernort, der die wechselvolle Geschichte von Flucht, Migration und Integration aufgreift und für Besucher erfahrbar macht.