Das Stadthaus Speyer an der Maximilianstraße
Geschichte
Das Stadthaus Speyer ist seit 1960 Sitz der Stadtverwaltung sowie der Oberbürgermeister. Nach einjähriger Bauzeit wurde das repräsentative Gebäude 1903 bezogen und diente zunächst als Sitz der Versicherungsanstalt für die Pfalz, aus der 1947 die Landesversicherungsanstalt Rheinland-Pfalz (LVA) hervorging.
Das Stadthaus befindet sich gegenüber dem Speyerer Dom am Eingang der Maximilianstraße. Vor seiner Errichtung wurde hier zu diesem Zweck das „Frey’sche Anwesen, ehemaliger Trutzpfaff“ abgerissen. Als Architekt für das neu zu errichtende Verwaltungsgebäude wurde Franz Schöberl beauftragt. Der Bau begann im Jahr 1902 und konnte zum 1. Oktober 1903 in Betrieb genommen werden.
Mitte 1955 traf die damalige LVA Rheinland-Pfalz den Entschluss, ein neues Verwaltungsgebäude mit einem Hochhaus am Stadtrand Speyers zu errichten. Der Umzug erfolgte zu Beginn des Jahres 1960. Zu diesem Zeitpunkt ging das Verwaltungsgebäude in der Maximilianstraße 100 an die Stadt Speyer über. Es ist somit neben dem Historischen Rathaus das zweite Rathaus der Stadt Speyer.
Architektur
Das Verwaltungsgebäude im Stil des Neobarock umfasst drei Stockwerke, welche zu Beginn Sitzungssäle, Karteiräume und Räumlichkeiten zur Aktenregistratur sowohl für die Versicherungsanstalt als auch für das dort ansässige Schiedsgericht vorsahen. Das Eingangsportal zur Maximilianstraße zeigt die Palatia als Nischenfigur und trug bis zum Zweiten Weltkrieg das bayerische Wappen.
Die Fassade ist reich mit Ornamenten versehen, wobei der Mittelteil des Gebäudes und auch das dritte Geschoss zurückversetzt sind. Dies entspricht in der Gestaltung den Wiener Adelspalais der Neubarockzeit. Die am dritten Stock angebrachten allegorischen Figuren auf Postamenten stehen für Jugend und Fleiß, Industrie, Landwirtschaft und Ackerbau sowie das Alter. Gefertigt wurden diese aus französischem Savonnières-Kalkstein vom Bildhauer Gustav Adolf Bernd. Das Mansardenwalmdach ist zum Dom hin mit einem Giebel und Balkon bestückt und unterstreicht die repräsentative Wirkung des Gebäudes.
Die Maximilianstraße
Die Maximilianstraße ist die Hauptgeschäftsstraße der Stadt Speyer und die ehemalige Prachtstraße, Via Triumphalis, der alten Kaiserstadt. Sie wurde im 11. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Dombau und der darauf folgenden ersten Stadterweiterung angelegt. Seit dieser Zeit ist sie die Hauptstraße von Speyer und wird von der Bevölkerung bis heute so genannt. Sie verläuft in Ost-West-Richtung zwischen Dom und Altpörtel.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war sie die einzige Straße in Speyer, die als „Straße“ bezeichnet wurde – ansonsten gab es nur Gassen. Erst 1816, als die Pfalz zu Bayern kam, wurde sie nach König Max I. Joseph in Maximilianstraße umbenannt.
Als Preview ist eine unvollendete Ansicht des sich an das Stadthaus anschließenden Teils der Maximilianstraße in Speyer beigefügt. Bei Interesse kann diese weiter bearbeitet werden.